Bemerkenswert

Vom Antisportler zum Marathonläufer

Nachdem ich rund 25 Kilo abgenommen habe, beschloss ich nach meinem Studium meine Trainingsklamotten aus dem Schrank zu holen und laufen zu gehen. Denn einmal einen Marathon zu laufen, war schon immer ein Traum von mir. Doch fand ich immer wieder die klassischen Ausreden meinen Traum nicht erfüllen zu können.

Zu Beginn waren auch meine engsten Vertrauten sehr skeptisch von meinem Vorhaben im Frühjahr 2017 meinen Traum vom Marathon zu erfüllen. Schließlich war ich der geborene Antisportler. Doch dies spornte mich an, dies JETZT durchzuziehen.

Nun musste zunächst ein Plan her, wie ich mein Ziel „Marathon“ erreichen kann. Ich steckte immer wieder kleine Etappenziele um meinem großen Traum näher zu kommen.

Meine Etappen:
– Etappe 1: 10 Kilometer beim Mainauenlauf 2016
– Etappe 2: Halbmarathon beim Seenlandmarathon
– Etappe 3: Marathon in Hamburg

Die Vorbereitung zur 1. Etappe

Die Zwischenziele sind nun klar definiert. Jetzt stellte sich mir nur die Frage: Wie soll ich nun mein Training gestalten?

Zunächst folgte Ende Januar 2016 ein kurzer Testlauf. Dieser war direkt die erste Ernüchterung. Nicht einmal 3 Kilometer habe ich geschafft und ich war völlig am Ende. Über meine Herzfrequenz nach diesem Lauf möchte ich gar nicht erst reden. Mein Gedanke nach dem Lauf: Wie soll ich es nur schaffen im Juni schon 10 Kilometer beim Mainauenlauf zu laufen und geschweige denn irgendwann einen Marathon laufen?

Aufgeben war dennoch keine Option. Denn spätestens dann hätten meine Skeptiker recht gehabt. Letztendlich meldete ich mich zu einem Laufkurs an. Dort lernte ich viele erfahrene Läufer kennen und konnte an deren Erfahrungen teilhaben. Im Kurs erlernten wir die Grundlagen des Laufens, zu denen neben Lauf-ABC Übungen auch Technikübungen und das Laufen in der richtigen Herzfrequenz gehörten.

Währenddessen konnte ich meine Trainingsumfänge und mein Tempo stetig steigern. Ich trainierte 3-4x in der Woche und informierte mich über die unterschiedlichen Trainingsmethoden. Mein Training wurde immer spezifischer und relativ schnell stellten sich die ersten Erfolge ein. Mit den kleinen Erfolgen stieg zudem meine Motivation und mein erstes Zwischenziel auf dem Weg zum Marathon wurde immer realistischer. Immer wieder wechselte ich meine Laufstrecken oder fuhr mit dem Mountainbike. So konnte ich sicherstellen, dass ich auch den Spaß am Laufen nicht verliere.

Etappe 1: 10 Kilometer beim Mainauenlauf 2016

Nun war es dann endlich soweit. Der erste offizielle Lauf über 10 Kilometer stand an. Nicht nur für mich war dies eine Premiere, sondern auch für den Mainauenlauf selbst. Ich war gut vorbereitet und hatte auch die Erholungsphase rechtzeitig eingeläutet. Am Vortag legte ich mir alles zurecht, um ja nichts zu vergessen.

Am Tag selbst wachte ich bereits nervös auf und suchte bereits am Frühstückstisch die ersten Ausreden, warum ich nicht teilnehmen kann. Aber wovor hatte ich eigentlich Angst? Ich wusste, dass ich sehr gut vorbereitet war und auch nicht als letzter ins Ziel kommen werde. Der Mainauenlauf sollte für mich als Standortbestimmung dienen um zu sehen, ob ich an meinem Training etwas ändern muss. Ich hatte somit auch nichts zu verlieren.

Etwas nervös machte ich mich auf dem Weg nach Bayreuth. Schön brav holte ich meine Startnummer ab und versuchte diese mit Sicherheitsnadeln an meinem Shirt zu befestigen. Eigentlich keine schwere Aufgabe. Doch ich war so nervös, dass ich vor lauter Zittern etwas länger gebraucht habe. Im Anschluss ging es für mich in den Start-/Zielbereich. Auf dem Weg dorthin wurde ich immer nervöser. So viele durchtrainierte Läufer konnte ich bereits auf dem Weg dorthin sehen. Schon suchte ich erneut nach Ausreden, warum ich nicht mitlaufen kann. Nach einiger Zeit entfachten diese Ausreden aber ein Feuer in mir und ich wollte es mir nun selbst beweisen. Beweisen, dass es sich das Training bisher gelohnt hatte und sich auch das weitere Training lohnen wird.

Nun ging es in die Startaufstellung. Mein Ziel: 55 Minuten! Als ich zu trainieren begann, wäre ich bereits glücklich gewesen überhaupt einmal 10 Kilometer am Stück zu laufen und das vielleicht noch in unter 60 Minuten. Doch während des Trainings bemerkte ich, dass auch die 55 Minuten machbar sind.

Gespannt wartete ich auf den Startschuss. Nun ging es los. Immer wieder standen Zuschauer am Straßenrand, die einen anfeuerten. Der Ehrgeiz und die Motivation wurde immer größer. Schließlich bog ich um die letzte Kurve und hatte das Ziel fest im Blick. Die Zuschauer tobten und trugen die Läufer auf ihren letzten Metern ins Ziel. Als ich die Ziellinie überquerte hatte ich eine Zeit von 52:20 Minuten auf der Uhr. Ich war stolz meinen ersten offiziellen 10km Lauf in einer so guten Zeit absolviert zu haben. Bereits jetzt hatte ich die ersten Kritiker auf meine Seite gezogen, dass ich es mit dem Traum vom Marathon im Frühjahr 2017 wirklich ernst meine. Der erste Schritt ist für den Marathon auf jeden Fall schon einmal gemacht.

Etappe 2: Die Vorbereitung zum Halbmarathon und der Lauf

Nun sollte das Abenteuer „Marathon“ aber weitergehen. Als nächsten Zwischenschritt zu meinem großen Ziel hatte ich den Halbmarathon beim Seenlandmarathon am Brombachsee im September im Blick. Erneut hatte ich ausreichend Zeit meine Distanzen nach und nach zu steigern und an meiner Grundlagenausdauer sowie an meiner Schnelligkeit zu arbeiten. Immer wieder baute ich Schwimm- und Radfahreinheiten mit ein um möglichst viel Abwechslung im Training zu haben. Außerdem lies ich es mir auch nicht nehmen bei einem Bootcamp für Hindernisläufe bei Runtopia (Döhlau im Landkreis Hof) teilzunehmen.

Mein erster Halbmarathon kam, wie schon der 10 Kilometer Lauf beim Mainauenlauf, schneller als gedacht. Doch auch hier wusste ich, dass ich sehr gut vorbereitet war. Nichtsdestotrotz war ich etwas nervös. Dank meines Freundes konnte ich meine Nervosität sehr gut ablegen. Gleichzeitig konnte ich sichergehen, dass mich ein anderer Laufblogger sicher in meiner angestrebten Zeit ins Ziel bringt. Diese konnte ich während meiner Vorbereitung von meinen gewünschten zwei Stunden auf 1:55 Stunde konkretisieren.

Mein erster Halbmarathon verlief nahezu perfekt. Zunächst liefen wir schneller los als geplant und wir hatten befürchtet, dass wir dieses Tempo nicht halten können. Doch wir motivierten uns gegenseitig dieses zu halten. Bis zu Kilometer 16 konnte ich auch das Tempo gut mitgehen. Doch dann musste ich abreißen lassen und ließ meine Laufbekanntschaft davon ziehen, da er sich auf dem Weg zu einer persönlichen Bestzeit befand. Ich wusste dennoch, dass die Zeit deutlich besser sein wird, als ursprünglich geplant. Bei Kilometer 19 kam noch einmal ein langgezogener Berg. Meine Gedanken: Nicht das jetzt auch noch, oder? Doch ich biss und konnte sogar noch einige Läufer überholen. Das motivierte noch einmal immens.

Schließlich kam der letzte Kilometer und ich hatte das Ziel fest im Blick. Ich verschärfte noch einmal das Tempo und holte alles aus mir heraus. Als ich dann im Ziel auf meine Uhr blickte um zu wissen, welche Zeit ich gelaufen bin, war ich sprachlos. 1:51:25 Stunden. Mein Freund begrüßte mich schließlich mit den Worten: „Du bist doch kein Antisportler mehr.“ Diese Worte waren keineswegs böse gemeint. Ganz im Gegenteil! Er war und ist stolz, dass ich diese Zeit erlaufen bin. Ein besseres Kompliment hätte er mir nicht machen können.

Etappe 3: Die Vorbereitung zum Marathon und der Lauf der Läufe

Mit den Worten meines Freundes im Hinterkopf ging es nun an die Planung der Trainingseinheiten für meinen ersten Marathon. Dieser sollte im Frühjahr 2017 in Hamburg stattfinden.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich allerdings noch nicht einschätzen, was es heißt für einen Marathon im Winter zu trainieren. Im Nachhinein war ich auch froh, dass ich dies vorab noch nicht erahnen konnte, wie hart und wie zeitintensiv das Training für einen Marathon sein wird.

Die Trainingseinheiten im Winter waren hart und das Zeitfenster im Hellen zu trainieren waren sehr begrenzt. Somit sah ich mich über die Wintertage gezwungen viele Trainingseinheiten auf das Laufband im Fitnessstudio zu verlegen. Zumeist nutzte ich diese Einheiten für das Intervalltraining. Zu jeder Zeit versuchte ich dennoch meine Einheiten im Freien absolvieren zu können und dies bei jedem Wetter. Die Schwierigkeit? Der Schnee! Was auch sonst in dieser Jahreszeit. Doch auch die langen Einheiten zehrten mit der Zeit an meinen Kräften und ich fiel kurzfristig in das eine oder andere (zum Glück nur) kleinere Loch, aus dem ich relativ schnell wieder befreien konnte. Immer wieder hielt ich mir mein großes Ziel vor Augen und trainierte weiter daran meinen ersten Marathon in unter 4 Stunden zu finishen. Der letzte Test sollte der Berliner Halbmarathon 3 Wochen vorher sein. Mit einer Zeit von 1:46:27 Stunde ist mir dieser letzte Test durchaus gelungen und ich konnte mit einem guten Gefühl in Richtung Hamburg Marathon fahren, da ich auch wusste, dass ich die Distanz von 42,195 Kilometer gut meistern werde.

Dann kam der Tag der Tage: Nervosität machte sich breit. Nichtsdestotrotz machte ich mich warm eingepackt zusammen mit meiner Startnummer auf dem Weg zum Start. Ich wurde immer nervöser und das Wetter schien sich nicht wirklich zu bessern. Als ich mich auf den Weg zum Start machte, hatte es 5° Celsius und es wechselte zwischen Regen und Hagel. Zum Glück traf ich im Startbereich viele bekannte Gesichter und konnte mich so gut bis zum Start ablenken. Zum Startschuss gab es zum Glück „nur“ Regen. Doch kurz nach dem ersten Kilometer begann es dennoch zu hageln. Spätestens hier war ich frustriert. Ich ließ mich nicht unterkriegen und versuchte jeden Kilometer bestmöglich zu meistern. Auch wenn das Wetter immer wieder zwischen Regen, Sonne und Wind im Anschluss schwankte konnte ich meine Zeiten gut halten. Ab Kilometer 34 begannen die üblichen Marathon Leiden. Das schlimmste und unerwarteste war, dass ich leichte Schmerzen im Rücken bekam, die mich bei Kilometer 40 dazu zwangen kurzfristig zu gehen, da ich nur noch schlecht Luft bekam. Aufgeben war zu diesem Zeitpunkt keine Option mehr. Es waren schließlich nur noch etwas mehr als 2 Kilometer. Zudem lag ich immer noch perfekt in der Zeit. Auch eine Zeit von 3:55:00 Stunden war noch realistisch. Jetzt hieß es nur noch: Zähne zusammenbeißen und weiter!! Fantastische Helfer und Zuschauer feuerten mich mit Namen an und trugen mich förmlich ins Ziel. Ob ich wohl schon so leidend aussah? Auf dem letzten Kilometer konnte ich sogar noch etwas an Tempo zulegen.

Mit einer Zeit von 03:54:12 Stunden überquerte ich stolz meinen ersten Marathon. Die Schmerzen waren vergessen und ich bekam mein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht.

Allen Kritikern konnte ich beweisen, dass auch ein Antisportler einen Marathon in unter 04:00:00 finishen kann.

Marathon und jetzt?

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon? Definitiv erst einmal nicht. Ich bin stolz einen Marathon gelaufen zu sein. Doch nun erfreue ich mich gerade an meiner wiedergewonnenen Freizeit, die ich nun wieder vermehrt mit Familie und Freunden verbringen kann. Ohne die Rücksicht und die Unterstützung meiner Familie und Freunden hätte ich das zeitintensive Training für den Marathon nicht geschafft.

Nun trainiere ich für Läufe bis zur Halbmarathondistanz. Im Juni nahm ich auch an einem OCR-Rennen teil. Dieses Rennen war sehr spannend und etwas komplett anderes als die klassischen Läufe. Auf den 8 Kilometern (eigentlich waren es 11 Kilometer, wenn man das Sandsack- und Steine-Tragen mit hinzuzählt) spielte die Zeit keine Rolle. Teamgeist und das gemeinsame Bewältigen der Hindernisse stand hier im Vordergrund.

Im August knackte ich übrigens endlich die 50 Minuten Marke für die 10 Kilometer. Dafür verlief mein 3. Halbmarathon beim Einstein Marathon in Ulm nicht nach meinen Wünschen. Kurz vor dem 16. Kilometer musste ich schweren Herzens aus dem Rennen aussteigen. Aber auch diese Erfahrung gehört leider dazu. Davon lasse ich mich aber nicht unterkriegen und habe den nächsten Halbmarathon schon wieder fest im Blick.

Wichtig war es für mich immer, den Spaß am Laufen und am Sport im Allgemeinen nicht zu verlieren aus diesem Grund ersetzte ich im Sommer auch oft die ein oder andere Laufeinheit durch eine Einheit auf dem Rennrad oder Mountainbike oder schwamm einige Bahnen im See.

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Marathon Woman – Kathrine Switzer

Für mich ist es in der heutigen Zeit undenkbar, dass es vor rund 50 Jahren den Frauen noch nicht erlaubt war einen Marathon zu laufen. Aus diesem Grund war ich gespannt, das Buch von Kathrine Switzer zu lesen, die die Geschichte erzählte, wie es dazu kam, dass auch Frauen Marathon laufen durften.

Kathrine Switzer gehört zu den Pionierinnen der Marathonszene für Frauen. In ihrem Buch „Marathon Woman“ beschreibt sie, wie sie und einige weitere mutige Frauen es geschafft haben, dass auch Frauen bei Marathonläufen teilnehmen dürfen und welche Hindernisse ihr und weiteren in den Weg gelegt wurden um den Marathon für Frauen zu einer olympischen Disziplin zu machen.

Im Jahr ihres ersten Marathons (1967), den sie nicht legal absolvierte, waren es Frauen gerade einmal erlaubt bei 800 Meter Läufern teilzunehmen. In Boston, der Ort ihres ersten Marathons, war es Frauen erst 1972 erlaubt offiziell zu starten. Zu dieser Zeit bestand das Vorurteil und die Angst, dass Frauen aufgrund der Strapazen einen Schaden erleiden könnten. Zudem gaben die Veranstalter und Organisationen weitere medizinische und auch ästhetische Gründe an.

In ihrem Buch beschreibt Kathrine Switzer sehr gut, wie sich der Marathonlauf für Frauen in den letzten 50 Jahren entwickelt hat.

Ich bin immer noch geplättet, wie mutig die Marathonpionierinnen in den 60er und 70er Jahren waren und welche Auswirkungen dies noch auf die heutige Zeit haben. Wir können in der Jetztzeit stolz auf diese Frauen sein.

Das Buch kann ich nur jedem wärmsten empfehlen.

Silvesterlauf Tanna (10 Kilometer)

Ort:
Tanna

Distanzen:
– Kinderläufe
– 3,3 Kilometer
– 10 Kilometer

Leistungen:
– Meldebestätigung
– Verpflegung im Ziel
– Elektronische Zeitmessung
– Medaille für die Gewinner in der Altersklasse
– Duschen und Umkleiden

Anmeldung und Startnummernausgabe:
Sowohl die Startnummernausgabe als auch die Anmeldung verliefen problemlos.

Website und Facebook:
Die Website bot sehr viele Informationen. Die Informationen auf Facebook waren rar.

Strecke und Streckenverlauf:
Für die 10 Kilometer musste die 3,3 Kilometer lange Runde insgesamt 3x absolviert werden und verlief durch Tanna. Auf die 10 Kilometer mussten rund 120 Höhenmeter absolviert werden.

Zeitmessung:
Die Zeitmessung fand meines Erachtens manuell statt.

Fazit:
Sehr schöner Trainingslauf mit Gleichgesinnten.

Bona Inklusionslauf – Dillinger Stadtlauf

Mitte des Jahres haben mein Freund und ich uns entschieden zum Abschluss der Saison beim Bona Inklusionslauf in Dillingen an der Donau teilzunehmen. Was uns bei einem Inklusionslauf erwartet, war uns zu diesem Zeitpunkt nicht klar.

Zu Beginn informierten wir uns wie der Inklusionslauf in Dillingen ablaufen wird. Das
St.-Bonaventura-Gymnasium zusammen mit TV Dillingen organisierte die Veranstaltung. Im Hintergrund wurde auch, zumindest der Medaillen nach zu urteilen, mit „Special Olympics“ zusammengearbeitet. Sowohl die Kinder- als auch die Kurzstrecke sowie über die beiden Stadtläufe über die 5- und 10-Kilometer Strecke wurde für alle zeitgleich gestartet. Es wurde hier kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gemacht.

25 Grad und strahlend blauer Himmel bereiteten den Läufern perfekte Bedingungen am Lauftag selbst. Viele Läufer tummelten sich in der Dillinger Königstraße und warteten auf dem Startschuss. Als es nun nach einem kurzen Gebet zusammen mit dem ortsansässigen Pfarrer losging, war die Euphorie bei allen Teilnehmern sehr groß. An dem 5 Kilometer langen Kurs, der für die 10 Kilometer Läufer 2x gelaufen werden durfte, waren sehr viele Zuschauer, die alle Teilnehmer großartig unterstützten. So wurden auch jedem an der Getränkestation tatkräftig Getränke gereicht. Ich weiß gar nicht, ob dies eine private Initiative war oder direkt von den Veranstaltern ausging, da diese kein Orga-Shirt trugen. Im Ziel bekamen alle eine wunderschöne Medaille und es wurde sowohl noch im Start- und Zielbereich in der Königsstraße als auch im Stadtsaal gemeinsam gefeiert und die Siegerehrung genossen.

Nach dem Lauf konnte ich zudem feststellen, dass wir auch viel von den Läuferinnen und Läufern mit Behinderung lernen können. Sie laufen nicht, weil sie eine Bestzeit erreichen möchten. Sie laufen, weil es ihnen Spaß macht. Klar ist es schön, wenn man sich verbessert. Klar ist es schön, wenn man seine Bestzeit knacken kann. Doch bleibt dann nicht auch der Spaß auf der Strecke? Auch ich werde mich natürlich auf mein nächstes Ziel wieder etwas spezifischer vorbereiten. Doch ich werde nun sicherlich nicht nur eine angestrebte Zeit in meine Training einfließen lassen, sondern auch immer wieder den Spaßfaktor. Dabei nehme ich es auch in Kauf eine Bestzeit nicht knacken zu können.

Es war auf jeden Fall fantastisch bei einem solchen Lauf teilgenommen zu haben. Leider gibt es solche Läufe viel zu wenig. Die Freude der Teilnehmer war einzigartig. Dillingen hat es mit dieser Veranstaltung geschafft Menschen mit und ohne Behinderung im Sport zu vereinen. Mit der Kneipe „chili“ und den verschiedenen Werkstätten der Regens Wagner Stiftung setzt die Stadt nicht nur mit dem Bona Inklusionslauf gute Zeichen zum Thema Inklusion.  Im vergangenen Jahr war ich zudem beim Dillinger Nachtumzug. Auch hier wurde Inklusion sehr groß geschrieben.

Wenn ein DNF plötzlich zur Option wird…

Einen offiziellen Lauf nicht zu beenden, ist wohl das, was sich ein Läufer am wenigsten wünscht. Auch ich hatte bis Ulm nicht daran geglaubt, dass dies bei mir so schnell der Fall sein wird. Doch er kam schneller als gedacht. Und zwar bei meinem 12. offiziellen Lauf und meinem 3. Halbmarathon.

Der Weg zum Halbmarathon
Aber zunächst von vorne: Nach meinem Marathon in Hamburg im April habe ich beschlossen, mich auf die Halbmarathon-Distanz zu fokussieren und entschied mich im September in Ulm an den Start zu gehen. In der direkten Vorbereitung auf den Halbmarathon wollte ich zwei offizielle 10 Kilometer Läufe absolvieren um die nötige Wettkampfhärte zu bekommen. So der Plan. Die Vorbereitung lief perfekt. Die viel Lauf- und Radfahreinheiten im Sommer schien mein Körper gut verkraftet zu haben. Zwei Wochen vor Ulm bekam ich aus Leichtsinn einen steifen Hals und so nahm alles seinen Lauf.

Wie es zum DNF kam?
Nun fragt ihr euch sicherlich was ein steifer Hals mit einem DNF bei meinem Halbmarathon in Ulm zu tun hat? Diesen steifen Hals bekam ich exakt zwei Tage vor meinem letzten Testlauf vor meinem Halbmarathon in Ulm. Mein Fehler war nun bei diesem Lauf zu starten. Denn das Wetter war alles andere als ideal um mit einem steifen Hals ein solches Rennen zu absolvieren. Doch ich unterschätzte es und ich bekam weitere Probleme mit meinem Hals.
Nach einigen Tagen war nichts mehr von einem steifen Hals zu spüren und ich trainierte weiter für den Halbmarathon. Schließlich wollte ich perfekt vorbereitet sein. Ein weiterer Fehler auf dem Weg zum 3. Halbmarathon.
Am Wettkampfstag selbst schien ich zunächst völlig fit zu sein. Keine Spur von einem steifen Hals oder einer Überbelastung aus den vielen Trainingseinheiten im Sommer. Doch ab Kilometer 4 merkte ich erneut ein Ziehen von der Schulter in Richtung Hals. Zunächst schien es nicht schlimm zu sein. Doch es wurde immer schlimmer. Spätestens bei Kilometer 8 hätte ich aussteigen müssen. Doch ich wollte kämpfen und ins Ziel kommen. Nun wurden auch meine Zeiten immer schlechter und mein Körper suchte sich nun andere Wege um mir mitzuteilen, dass er nicht mehr möchte. Details erspare ich euch. 😉 Spätestens nach dem zweiten Mal war mir klar, dass ich diesen Halbmarathon leider nicht ins Ziel bringen werde. Zudem begann ich ab dem 10. Kilometer zu frieren. Als ich dann kurz vor dem 16. Kilometer Sanitär sah, war das Rennen für mich beendet. Enttäuscht stieg ich aus dem Rennen aus.
Ehe ich den Sanitätern sagen konnte, weshalb ich aus dem Rennen ausgestiegen bin, kullerten mir vor lauter Enttäuschung die Tränen aus den Augen. Vielen Dank noch einmal an die Sanitär für deren Hilfsbereitschaft.
Ich war nach diesem Rennen heilfroh, dass ich durch meinen Freund begleitet wurde und er mich dort abholte. Auch hier kullerten wieder einige Tränen über meine Wangen. Die Enttäuschung war einfach zu groß nicht ins Ziel gekommen zu sein.
Am Nachmittag als mein Freund an den Start ging, war die größte Enttäuschung fast vorbei und ich ärgerte mich, dass ich nicht schon eher auf meinen Körper gehört habe und ausgestiegen bin.

Welches Fazit ich daraus ziehe?
Das DNF beim Halbmarathon beim Einstein Marathon Ulm ist hier nicht alleine auf den steifen Hals zurückzuführen, sondern auch aus den vielen Rad- und Laufeinheiten im Sommer zurückzuführen. Hier hätte ich mir deutlich mehr Regenerationszeiten geben sollen.
In der Zukunft werde ich deutlich mehr auf meinen Körper hören und diesem die nötige Zeit zum Regenieren geben. Denn: Wir haben nur einen Körper.

Einstein Marathon Ulm

Ort:
Ulm

Distanzen:
– 5 Kilometer
– 10 Kilometer
– Halbmarathon
– Marathon (auch Staffel)
– Handbike-Halbmarathon
– Inliner-Halbmarathon

Kosten: 
Sparkassen-Marathon (42,195 km)
bis 31.12.2016: 35 Euro* (Frühbucherrabatt)
bis 07. Mai 2017: 40 Euro*
bis 03. September 2017: 45 Euro*

Beurer-Halbmarathon (21,0975 km)
bis 31.12.2016: 35 Euro* (Frühbucherrabatt)
bis 07. Mai 2017: 40 Euro*
bis 03. September 2017: 45 Euro*

ZEISS-Marathon-Staffel
bis 03. September 2017: 65 Euro*


Häussler-Handbike-Halbmarathon (20,0 km)
bis 31.12.2016: 25 Euro* (Frühbucherrabatt)
bis 03. September 2017: 30 Euro*

Daimler TSS Inline-Halbmarathon (20,0 km)
bis 31.12.2016: 25 Euro* (Frühbucherrabatt)
bis 03. September 2017: 30 Euro*

Husqvarna Group Power Nordic Walking (21,0975 km)
bis 31.12.2016: 25 Euro* (Frühbucherrabatt)
bis 03. September 2017: 30 Euro*

Liqui Moly Citylauf (10 km)
bis 03. September 2017: 25 Euro*

DING-Walk (10 km)
bis 03. September 2017: 25 Euro*

WMF BKK Gesundheitslauf (5 km)
bis 03. September 2017: 25 Euro*

Leistungen:
– Gutschein für die große “Settele-Spätzles-Party” am Samstag, 17. September.
– Teilnehmerversorgung auf der Strecke und im Ziel – alle 5 km Versorgungsstände mit Wasser und Iso, ab km 15 Obst, zwischendurch Erfrischungsstände mit Wasser.
– Finisher-Medaillen
– Gratis-Urkunden
– Massage-Service und Duschmöglichkeiten im Zielbereich.
– Gepäck-Service vom Start ins Ziel.
– Shuttle Service vom Bahnhof und den Parkhäusern der Innenstadt zum Start und vom Ziel zurück zur Messe.
– Parkplätze im Startbereich.
– Nutzung des ÖPNV im Stadtbereich.
– Zugläufer für diverse Zielzeiten.

Anmeldung und Startnummernausgabe:
Sowohl die Startnummernausgabe als auch die Anmeldung für den Lauf verliefen problemlos. Was anfänglich etwas irritierte war, dass es die Starterbeutel und die Startnummer an unterschiedlichen Orten gab.

Website und Facebook:
Die Informationen sowohl auf der Website als auch auf Facebook vorab waren sehr hilfreich und interessant. Die Live- und Nachberichterstattung waren ideal.

Strecke und Streckenverlauf:
Die Halbmarathon Strecke führte unter anderem an der Donau entlang ehe es durch Ulm in Richtung Münsterplatz ging. Immer wieder passierte man die Bundeslandgrenze zwischen Bayern und Baden-Würtemmberg. Was auch nicht alltäglich ist, war, dass die Strecke durch ein Einkaufszentrum verlief. Leider habe ich auch wahrscheinlich den schönsten Teil der Strecke aufgrund meines DNFs an diesem Tag nicht sehen können.

Stimmung und Miteinander:
Stimmung an der Strecke war einzigartig. Immer wieder standen, trotz niedriger Temperaturen am Morgen viele Zuschauer an der Straße und feuerten die Läufer an. Auch standen immer wieder Bands mit unterschiedlichen Musikrichtungen an der Strecke, die die Läufer zur Bestleistung trugen. Auch das Miteinander war im Vergleich zu meinen bisherigen Läufen sehr gut. Man respektierte und half sich gegenseitig.

Zeitmessung:
Die Zeitmessung war in der Startnummer integriert.

Verpflegung (Zuschauer):
Auf dem Ulmer Münster (Zielbereich) hatten die Zuschauer reichlich die Möglichkeit sich zu verpflegen und sich auszutauschen. Zudem wurden die Zuschauer dort sowohl durch den Moderator auf dem Laufenden gehalten als auch von einer Band gut unterhalten.

Fazit:
Der Einstein Marathon ist sehr empfehlenswert. Egal über welche Strecke. Leider musste ich bei diesem Lauf auch die Sanitäter in Anspruch nehmen. Diese haben einen klasse Job gemacht. Vielen Dank für euer Ehrenamt.

Website: Einstein Marathon

Facebook: Facebookseite des Einstein Marathons

Rückblick: YouTube

Fränkische Schweiz Marathon (10 Kilometer)

Ort:
Ebermannstadt

Distanzen:
– 10 Kilometer
– Halbmarathon
– Marathon (auch Staffel)
– Handbike
– Inliner

Kosten (für die 10 Kilometer): 
– bis 31.07.: 12,00 €

– bis 27.08.: 16,00 €

Leistungen:
– Meldebestätigung
– Essensgutschein (nicht Samstagsläufe)
– VGN Kombi-Ticket: Kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs am 03.09.2017
– Pacemaker-Service für Marathonlauf und Halbmarathonlauf
– Gepäckaufbewahrung im Ziel
– Verpflegung entlang der Strecke und im Ziel
– Elektronische Zeitmessung
– Finisher-Medaille im Ziel
– Kostenloser Urkundendruck über das Internet
– Duschen und Umkleiden

Anmeldung und Startnummernausgabe:
Sowohl die Startnummernausgabe als auch die Anmeldung verliefen problemlos.

Website und Facebook:
Die Informationen sowohl auf der Website als auch auf Facebook sind sehr rar.

Strecke und Streckenverlauf:
Die Strecke über 10 Kilometer (Handbiker, Inliner, Marathonis und auch Halbmarathonies hatten diesen Teil) führte über die Bundesstraße von Ebermannstadt nach Weilersbach und wieder zurück meine Uhr zeigte mir fantastische 17 Höhenmeter an. Die Strecke war somit für die 10 Kilometer-Läufer sehr einfach gehalten. Da es über die komplette Distanz über die Bundesstraße ging, konnte nur auf Asphalt gelaufen werden.Landschaftlich ist der Lauf durch die Fränkische sehr schön gelegen und beinhaltet sehr viel Natur.

Stimmung und Miteinander:
Leider gab es an der 10-Kilometer Strecke relativ wenige Zuschauer. Der Fokus der Veranstaltung wurde auf den Marathon gesetzt, da dort auch die Bayerischen Meisterschaften ausgetragen wurden. Auf der Marathonstrecke waren dann auch mehr Zuschauer an der Straße gestanden und haben die Läufer angefeuert.

Zeitmessung:
Die Zeitmessung war in der Startnummer integriert.

Verpflegung (Zuschauer):
Die Zuschauer hatten leider keinerlei Möglichkeit sich im Start- und Zielbereich zu verpflegen. Diese mussten erst zum nahegelegenen Marktplatz gehen um sich dort zu verköstigen. Auf dem Platz war zudem ein kleiner Markt aufgebaut.

Fazit:
Der Lauf war landschaftlich sehr schön gelegen und lädt vor allem über den Halbmarathon oder Marathon ein daran teilzunehmen.